Wirtskante "ski and climb" 200m VI+ E 2-

AT/ Wilder Kaiser/ Gaudeamuspfeiler Südwand

beim Abseilen über traumhafter Kulisse
beim Abseilen über traumhafter Kulisse

Was sollen wir Kletterer an diesem milden sonnigen Wintertag unternehmen? Eine reine Skitour? Nein, wir können es kaum erwarten, endlich wieder Fels unter den Fingern zu spüren. Also bietet sich Ski and climb an. Unter dem Ellmauer Tor gibt es etliche Routen, bei denen sich das optimal anbietet. Dort habe ich in den letzten Jahren schon die meisten Routen mit "Skizustieg" gemacht, allerdings im März und April. Im Hochwinter steht die Sonne einfach noch nicht hoch genug, sodass der geplante Karlspitzpfeiler noch zu ungemütlich ist. Links ums Eck an der prallen Südwand ist es schon deutlich wärmer. Einziges Problem ist das schneebedeckte Band in Wandmitte, durch das man bei Routen wie Heavens Door und Wirtskante stapfen muss. Gerade im Frühjahr sorgt dort Steinschlag und Nässe für ungute Verhältnisse im unteren Teil.

 

 

die anspruchsvolle 6. Seillänge
die anspruchsvolle 6. Seillänge

Bei Temperaturen leicht unter 0 ist dieses Schneefeld in der Regel hart genug, um darauf zu gehen, und nicht so nass, damit es ungemütlich wird. Nochmals etwas freischaufeln darf man den Stand mit Wandbuch an der Gabelung der Maracana (auch eine sehr schöne, aber alpine Route). An windstillen Wintertagen heizt sich die Wand auf angenehme Temperaturen auf. WICHTIG: Es darf einige Tage vorher keinen Neuschnee mehr gegeben haben und die Wände oberhalb sollten sich entladen haben.

 

 

Da ich die Wirtskante während der Saison wahrscheinlich nie gegangen wäre, konnten wir in dieser einen traumhaften Bergtag verbringen. Sowohl skitechnisch als auch klettertechnisch gute Verhältnisse. Am Morgen noch sehr harter Schneedeckel, bei der Abfahrt Firn.

Beim abseilen waren bereits einige Platten in verschiedenen Routen wasserüberonnen, die Taktik macht's also :)

 

 

Facts Wirtskante: 200m/ VI+ oblg./ 6 Sl/ E 2-/ 60m Doppelseile

 

Die letzte Seillänge könnte man gut und gerne mit VII(-) bewerten, dies ist die Meinung von mir und auch einigen anderen Wiederholern. Da die Tour aufgrund der Kürze und Absicherung auch Felsneulinge anspricht, sei vor dieser Seillänge gewarnt. Die Hakenabstände sind weiter als in den vorherigen Seillängen und die Kletterei überaus technisch!

 

 

Topo von Markus Stadler