Via L´Incompiuta 300m VIII E 3+

IT/ Sarcatal/ Colodri Ostwand

traumhafte, neue Linie entlang von Verschneidungen, Rissen und Platten

2.Sl; Schlüsselstelle, kurz VIII oder  A0
2.Sl; Schlüsselstelle, kurz VIII oder A0

"Der Umgang mit Friends und Keilen sollte absolut beherrscht werden. Wer diese Herausforderung annimmt, wird wirklich belohnt werden." Bei dieser Beschreibung wurde es Zeit, sich in die erste Sarcatal R4 hineinzutrauen. Mit dem nötigen Respekt und vielen Friends am Gurt löste sich dann zum Glück alles besser auf als erwartet. Als gebührender Abschluss der Trainer-C-Ausbildung kletterten Thorsten, Svenja und ich diese 5-Sterneroute, wobei alle Längen von mir geführt wurden. 

 

Nicht der Routenname, sondern die 4 Erstbegeher sind am Wandfuß blau angepinselt. Gleich die erste Länge mit ganz unterschiedlichen fixen Sicherungen weist auf den klassischen Charakter hin. Wie auch in der Aspettativa am Monte Brento von Heinz Grill wunderte ich mich a,) über die Bewertung 6, A0 weil frei 7- nur unwesentlich schwerer und b,) an welchem Haken man denn überhaupt schummeln kann?  

plattige Sl.1; VII-; vom Boden weg anspruchsvoll
plattige Sl.1; VII-; vom Boden weg anspruchsvoll

In der zweiten Länge ist dies eindeutig, die schwere Einzelstelle ist mit Schlaghaken super gesichert. Also entweder frei drüber (8-?!) oder eben tricksen. Sl 3 und Sl 4 bieten traumhafte Riss- und Piazschuppen, die abgesehen von zwei Sanduhren komplett selber abgesichert werden müssen. Das kurze Band rechts hinauf leitet zur zweiten Verschneidungslinie, die weniger steil, aber umso technischer beginnt. Die wenigen gemeinsamen Speckmeter mit der Katia Monte bestätigen uns umso mehr in unserer Routenwahl -tausche Haken gegen rauen Fels!-. Sl 7 und Sl 8 lassen sich zusammenhängen.

Verschneidung über Verschneidung :)
Verschneidung über Verschneidung :)

Daraufhin ist die markante "Schwachstelle" der Wand vorbei, es folgt eine nette, mit vielen Schlaghaken entschärfte, Platte rechts hinauf. Nochmals eine kurze Verschneidung links hinauf zum Stand bei Wandbuch.

 

Hier kreuzt eine moderne Bohrhakenroute, wer kennt diese Neutour??? Links hinauf fordert eine steile Wandstelle nochmals unsere mittlerweile geplätteten Arme. Die Sonne am Ausstieg und meine neue Lieblingstour im Sarcatal genießen wir umso mehr. Danke an Thorsten und Svenja für diesen genialen Tag! 

Facts:

 

300m; anhaltend bis VI+, kurze Stellen VII(-), Einzelstelle VIII(-); 10-12 Sl; E 4-; 6+ obligat;

 

an jedem Stand ein Ring; einige Schlaghaken und Sanduhrschlingen als Zwischensicherung; Friends #0,5-#3, mittlere doppelt; Keile; 60m Doppelseile; 10 Exen; 4-6 Stunden;

 

meist sehr guter Fels; die Schwierigkeit muss beherrscht werden; durchgehend genügend Puffer nötig, um Friends aus anstrengender Position zu setzen, dies ist jedoch in der Regel sehr gut möglich! Das Topo im Filippi-Führer ist eher ungenau und die Schwierigkeiten schwanken, besser ist das Originaltopo online oder im Rabanser-Führer.

 

Unglaublich, dass 2012 am Colodri noch eine eigenständige, neue Linie gefunden wurde!