Am Ende der Sonne 200m IX- E 2-

AT/ Loferer Steinberge/ Steinplatte 1869m Süd(west)wand

gebührender Jahresabschluss in perfekter Kalkroute

Sl 4; kniffliger Überhang; 8-
Sl 4; kniffliger Überhang; 8-

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Geplant war eine  leichte, alpine Route im Kaiser, da es bei der Anreise (und auf den informativen Webcams) uns dann aber tatsächlich zu winterlich aussah, fuhren wir kurzerhand weiter Richtung Steinplatte. Da wir beide die "Am Ende der Sonne" noch nicht kannten und ich sogar noch ein Topo auf dem Handy gespeichert hatte, war die Entscheidung klar. Statt den ganzen Friends brachten wir noch genügend Exen zusammen, die ausgelatschten Kletterschuhe mit dicken Socken waren eh dabei und Chalk braucht man bei den kalten Temperaturen eh nicht. Alfred hatte immerhin seine Freeridehose an, während ich mich über meine neue Montura Einkleidung freute. 

 

 

Nachdem ab 9:30 langsam die Sonne in die Wand kam, kletterten wir den linken "Sockelzustieg" (6+;7-;5) in zwei Seillängen, womit sich eine anständige Länge ergibt. Stand in der Scharte an Sanduhr rechts neben dem Routennamen.

Sl 5; 7+; löchriger Traumfels
Sl 5; 7+; löchriger Traumfels

 

Sl 1 im Zick-Zack durch die Platte (6+). 

 

Es folgt die Schlüssellänge über glatte, kratzige Platte mit ungut platziertem, zweitem Haken oberhalb vom Stand auf Band. Danach anstrengender (Piaz-)Riss. Die Schwierigkeiten sind relativ zwingend zu klettern (9-)!

 

Sl 3 gerade hoch, plattiges Suchspiel auf ein Band, links kommt die Route "KdW" sehr nahe (7).

 

Die überhängende Kante rechterhand ist zwar sehr kurz, aber knackig; unübersichtlicher Spannweitenzug an scharfen Löchern (8-).

 

Es folgt einzigartig löchriger und rauer Traumfels, nach einigen steilen Metern lehnt sich die Wand etwas zurück und präsentiert Genuss pur. Man klippt einen Klebehaken der "Ironlaus", danach nicht links sondern gerade hoch entlang von zwei Sanduhren und BH zum Stand (7+).

 

 

schönes Abschlussdach; 8
schönes Abschlussdach; 8

Die letzte Länge startet in ähnlichem Stil genussreich bis zum Dach, welches an Löchern und Leisten überwunden wird und nach oben hin immer seichter werdend in einer Wasserrille auf dem Plateau endet (8).

 

Abseilen orografisch links 3x über die "Ironmouse" und Nachbarstände.

 

Danke an Esl Erg für die Erstbegehung,  der sie Hubi Fink gewidmet hat (Hubi-Fink-Ged.-Weg)

200m; IX-; VIII oblg.; E 2-; 10 Exen; 50m Doppelseile

 

Sehr schöne Sportkletterroute mit guter, aber doch recht zwingender BH-Absicherung, Standplätze entweder ein Ring oder Kette. Friends und Keile sind nicht notwendig. Meist im 7ten Grad mit schwierigen Einzelstellen, die zweite Seillänge ist wesentlich schwerer als der Rest der Route. Die benachbarte Pfingsthoanigl fande ich persönlich härter bewertet und auch anhaltender.