Plattenspieler 300m VII- E 3

ITA/ Sellagruppe/ Zweiter Sellaturm 2598m Nordwand

Meilenstein von Hans Kammerlander, der die "Messner" kreuzt

Sl. 4; schöne, strukturierte Platte; 6-
Sl. 4; schöne, strukturierte Platte; 6-
Nach dem frühen Abbruch wegen eines aufziehenden Gewitters einige Tage zuvor, gelang uns diesmal der komplette Durchstieg.
Da ich die Route bereits größtenteils kannte, liefen Wegfindung und Absicherung perfekt, sodass wir schnell und souverän die richtigen Standplätze fanden.
Gleich die erste Länge fordert die ganze Psyche des Plattentänzers, um über der Groundergefahr zu "stehen". Die zwei Bohrhaken an den entscheidenden, nicht absicherbaren Stellen entschärfen dieses von Hans Kammerlander 1980 clean erstbegangenes Meisterstück.
Dass bei dem ewigen Hakenkrieg hier nicht geflext wurde ist interessant, schließlich wurde so ziemlich "seine" Linie nachträglich mit Bohrhaken versetzt und als Erstbegehung kommuniziert...(45m, 7-).
Zufälle gibts, Christoph Hainz ließ sich von uns nicht abschrecken und kletterte mit einem Gast hinterher, sodass wir uns an den Standplätzen immer gut unterhalten konnten.
die moralisch anspruchsvolle Sl. 1; 7-
die moralisch anspruchsvolle Sl. 1; 7-

Sl 2 startet mit einem senkrechten Griffsuchspiel an Löchern und wird nach oben hin leichter, insbesondere an den ersten zwei BH Halbseiltechnik anwenden (35m, 7-).


Anstatt den Bohrhaken über die Platte zu folgen (Alea iacta est) klettern wir die traumhafte Verschneidung und queren an ihrer Schwachstelle nach rechts um die Kante, der BH am Ende der Querung kann nur mit Halbseiltechnik geklippt werden (50m, 6+).


Linkshaltend über schöne Platten wie immer etwas im Zick-Zack den griffigsten Strukturen nach zum etwas versteckten Stand unterhalb eines (länger nassen) Überhangs (35m, 6-).

 

An einer Untergriffschuppe quert man kurz nach links, dann gerade hoch und zuletzt links herum auf den Absatz. Die sehr geschlossenen Platten ließen hier erst im oberen Teil eine Absicherung zu, sodass in dieser fünften Länge sehr überzeugt weggestiegen werden muss (50m, 6-).

die traumhafte Verschneidung Sl. 3
die traumhafte Verschneidung Sl. 3

Vom Band nach rechts in die sehr genussreiche Verschneidungsrampe auf das nächste Band mit riesigem Block als Stand (50m, 5).

 

Nach den letzten leichten Metern erreichen wir den Gipfelgrat und damit die Sonne. Eigentlich hätten wir wie Christoph über die Nordwand abseilen können, aber der heiße Abstieg war mit zwei Abseilern schnell überwunden.

Wer weit über den angegebenen Schwierigkeiten klettert, wird im Plattenspieler tolle Momente gewinnen. Sonst kann man auch vieles verlieren, denn die Würfel sind erst am großen Band gefallen. Die Standplätze sind von guter Qualität, dazwischen vereinzelt Schlaghaken und Sanduhren, unten sogar Bohrhaken. Es kann aufgrund des sehr geschlossenen Gesteins oft gar nicht oder nur schwierig mobil ergänzt werden.

Trockene Verhältnisse abwarten!

 

Zustieg: 20min/ Route: 4-5h/ Abstieg: 40min

Cam´s 0,4-1; Keile; 8 Exen; 50m Doppelseile