Oltre la Porta 440m VIII- E 2-

ITA/ Sellagruppe/ Brunecker Turm 2523m Nordwand

Paradetour, die zu Unrecht im Schatten der "Ottovolante" steht

kurzer vor der zweiten A0-Stelle, frei ca. 7+?!
kurzer vor der zweiten A0-Stelle, frei ca. 7+?!

Vom Parkplatz des Pisciadu-Klettersteigs erreicht man gemütlich den Wandfuß. Während sich insgesamt 5 Seilschaften in der Ottovolante aufhalten, haben wir lediglich mit einer Dresdner Seilschaft das Vergnügen, welche uns netterweise sogar den Vortritt lässt.

 

Der Einstieg befindet sich 30m tiefer, rechts einer Verschneidung. Die Route startet vom Boden weg steil, nach der Groundergefahr spaziert man über ein Band zur zweiten Länge, welche ich gleich noch anhänge (50m; 7-).

 

Die A0-Stelle von Sl 3 lässt sich problemlos frei klettern, nach wenigen schweren Metern an einem Überhang folgt ein Runout in leichterem Gelände (30m; ca. 7+/8-; 3 BH).

 

Eine tolle Löcherwand leitet zu ausgesetzter Kante, welche auf einem entspannten Band endet (40m; 6+; SU, 4BH).

 

Sl. 4 Lochwand und Kante
Sl. 4 Lochwand und Kante
In einem tollen Piazriss rechterhand lassen sich Friends verpflanzen, zumindest damit man sie nicht umsonst mitgeschleppt hat. Danach in leichtem Gelände linkerhand hoch. Ich habe dort keine Haken mehr gefunden, war aber auch nicht notwendig (40m; 6+; 1BH).
Die kurze, steile Sl 6 ist super gesichert (20m; 6; 5 BH). Sl 7 folgt nicht dem kompakten Pfeiler, sondern schlängelt sich auf dem leichtesten Weg daran vorbei. Da der Stand unbequem am Boden platziert ist, gleich weiter zum nächsten (60m; 7-; 6 Sicherungen, Mix aus SU/ NH).
Die angenehme Morgensonne, welche die Wand selbst nach Gewitter schnell trocknen lässt, ist mittlerweile verschwunden und es wird schattig kühl. Mit kalten Fingern starte ich in die gelbe SSl mit einer kniffligen Einzelstelle an kleinen Leisten (30m; 8-; 7BH).

Laut Topo folgt wieder eine A0-Stelle, welche aber leichter ist als die vorherige Länge. Nach einer überhängenden Schuppe folgt eine unübersichtliche Platte mit vielen Leisten und Löchern in abweisend kompaktem, grauen Fels (40m; ca. 7+; 8BH/ SU).
Sl. 5, der kurze Piazriss
Sl. 5, der kurze Piazriss
Sl 11 zieht nach einigen Metern über eine Rampe zu einem ausgesetzten Stand auf aufgespaltener Schuppe (35m; 6+; 5BH).
Die zweitschwerste Länge kommt zum Schluß und verlangt nochmals etwas Armkraft an steiler Lochwand in gelbem Fels (40m; 7+/8-; 8 BH).

Erstmals lässt die Felsqualität etwas nach, dafür geht es rechts um´s Eck eine Kante zum gerölligen Ausstieg auf Absatz (50m; 5; 5BH).
In leichter Kraxelei rechterhand über einen Grat/ Scharte auf das Plateau Richtung Pisciadu Hütte, von welcher man zusammen mit hunderten Klettersteiggehern den drahtseilversicherten Abstieg riskiert (Steinschlag!) Ein schnelles Runterkommen neben den Drahtseilen oder Überholen ist möglich, sodass die Abstiegszeit sehr stark von der Frequenz und der eigenen Gemütlichkeit abhängig ist.
Zustieg: 30min
Route: 4-5h
Abstieg: 1-2h

 

 

VIII-; VII oblg.; 10 Exen; evtl. kleine bis mittlere Friends; 11 oder 13 Längen; 440m; Nordwand
Etwas Sonne gleich in der Früh, trocknet nach Regen schnell wieder ab, ähnlich empfehlenswert wie die Ottovolante!