Nikibi 250m VII+ E 2-

ITA/ Passo Giau/ Torre Marcella 2292m Westwand

Plaisirkletterei - Kontrastprogramm zu den Pauseklassikern

Sl 8; 7-; steile Lochkletterei
Sl 8; 7-; steile Lochkletterei

Dritter Tag unseres Dolomitenurlaubs. Nach den zwei anspruchsvollen Pauseklassikern Carlesso/Menti und Via Navasa sollte der Heimreisetag sehr entspannt werden. Nach Capuccino, Brioche und Eis im ursprünglichen Forno di Zoldo fuhren wir über den Passo Giau Richtung Cortina d´Ampezzo.

 

Vom Parkplatz auf Höhe des Straßenkilometers 6km geht man durch einen idyllischen, wasserüberfluteten Wald hinauf zum Torre Marcella. Wo wir die letzten Tage unsere Ruhe hatten, sind an diesem Tag bereits einige Kletterer unterwegs. Da wir aber erst sehr spät eintrudeln, sind die beiden scheinbar langsamen Seilschaften vor uns bereits fast oben. Entgegen aller Diskussionen über Bohrhaken in den Dolomiten, wurde diese Wand förmlich provokativ eingerichtet. Immerhin geht die Führe über Platten und Wandteile, wo mobile Absicherung aufgrund des kompakten Gesteins schwer möglich ist. Der Genuss kommt eben nicht zu kurz. 

Die erste Länge ist zugleich die wildeste, was bei dieser Plaisirroute bedeutet, dass der Hakenabstand wenige Meter ist und der eine oder andere lockere Stein rumliegt (5, 40m). Nach dem kurzen Verbindungsband hängen wir gleich noch die dritte, steile Länge zusammen (6, 55m).

 

Ebenfalls Sl 4 und Sl 5 über kompakte Platten (6, 50m). Die Schlüssellänge ist um einiges schwerer und doch sehr anhaltend und kleingriffig, bei hallenähnlicher Absicherung (7+, 30m). Für Sl 7 haben wir sogar zu wenig Exen dabei und ich muss kurze Runouts in Kauf nehmen (6+, 40m). 

Das steile Finale bietet nochmals tolle Klettermeter, bevor man auf einem Absatz in der Sonne steht (7-, 30m). Von diesem in leichter Kraxelei zum höchsten Punkt des Turms mit großer Menschenansammlung. Immerhin wurde im Schrofengelände auf Zwischenhaken verzichtet, vielen Dank! (3, 30m).

 

Nach einer tollen Aussicht steigt man über saftige Wiesenhänge in die Scharte und die Rinne hinunter zum Wandfuß. Aufgrund der Westausrichtung ist die Sonne mittlerweile voll in der Wand, was im Sommer eine Begehung immens erschwert. Im Frühling und Herbst sicherlich empfehlenswert, ab Mittag hier etwas Vitamin D zu tanken, ansonsten zu heiß.

 

Zustieg: 30min

Route: 2-3h

Abstieg: 1h

VII+; VI+ oblg.; 14 Exen; 50m Seil(e);

Geduld bei viel Frequenz!