Karwendelmix 450m  VIII+/IX- E 3

AT/ Karwendel/ Eiskarlmauer 2080m Nordwand

zu unrecht selten begangene Route im großen Ahornboden

Sl. 6, kurze, knackige 8-
Sl. 6, kurze, knackige 8-

Geplant war die Zentrale NO-Wand an der Grubenkarspitze. Die fürchterliche Nässe akzeptierten wir jedoch erst nach der Randkluft unter einer Dusche. Also wieder zurück zum Auto, Material tauschen und erneuter Zustieg zur unserer Alternativroute. So standen wir nach 4 Stunden Plagerei endlich am Wandfuß der steilen Eiskarlen mit dem üblichen Wasserfall. Der steile Plattenpanzer im rechten Teil ist jedoch absolut trocken, was man bereits vom Parkplatz aus erkennen kann.

 

Die leichten Seillängen am Vorbau hängten wir kurzerhand zusammen, 70m Sl 1 und 2, parallel klettern kein Problem. Für Sl 3 und 4 reicht dann das 60m Seil. Es folgt der brüchige "Ledernacken" durch die markante grüne Schicht, welche die gesamte Wand durchzieht (30m, 7-).

Das darauffolgende Dachl wird erstaunlich gutgriffg überwunden, kurz und knackig (15m, 8-).

Die extrem raue, kleingriffe Platte in der siebten Länge wäre sicherlich gut kletterbar, wenn sie etwas geneigter wäre, knallhart (30m, 8+)!!!

Sl. 9, schöne,  plattige 7-
Sl. 9, schöne, plattige 7-

Die Plattenstelle der nächsten Länge ist vom Stand weg 5m nach rechts überaus glatt und anspruchsvoll, und wird nach oben hin sogar noch härter, (35m, 7+). Sl 9 ist zwar weniger schwierig, dafür werden die Hakenabstände etwas weiter, hier könnte man erstmals mittlere Friends setzen (35m, 7-). Vom bequemen Adlerhorst führt eine flache Verschneidung zur überaus steilen SSl (35m, 6-).

 

Diese führt in überhängender, ausdauernder 

Kletterei mit etlichen schweren Einzelzügen durch eine beeindruckende Rissspur (40m, 8+/9-).

SSl 11, ausdauernde 8+/9-
SSl 11, ausdauernde 8+/9-

Die obligatorisch schwierigste Stelle ist wohl am Ende der SSl. Nach dem letzten Bohrhaken hängt ein fixer Keil in einem glatten Riss, welchen man hochklemmen, bzw. piazen muss, bevor man sich nach rechts ums Eck auf eine glatte Platte schiebt. Von unten fast nicht zu erkennen!

Weniger steil, aber technisch und anstrengend ist die seichte Verschneidung von Sl 12 (30m, 8-).

 

Wie der Routenname schon beschreibt, folgt nach dieser größtenteils tollen kompakten Sportkletterei - abgesehen vom Lederrücken!- das wesentlich alpinere Ende. Die kurze Sl 13 signalisiert den Übergang zum berüchtigten 

Karwendelbruch (20m, 6-). Vorsichtig steigt man eine bröselige Rampe zu einem Körperriss, immer bedacht keine großen Blöcke zu lösen, Cam´s 2 und 3 sind hilfreich. Die kurze Klemmstelle ist mit einem BH entschärft, dann geht es leichter werdend durch eine Verschneidung zum Stand. Nachdem unsere Friends die meiste Zeit am Gurt hingen, kamen sie hier oben doch noch zum Einsatz.

Die Route ist nun auf einer riesigen abgespaltenen Schuppe zu Ende. Man könnte noch bei eigenständiger Absicherung auf das große Band aussteigen, wir hatten aber nur Kletterschuhe dabei und seilten deshalb ab.

In´s Wandbuch schrieben wir etwas verwundert die erst zweite Wiederholung dieser Toproute. Allerdings lassen etliche Rückzugskarabiner in der SSl diverse Begehungsversuche vermuten. Nach einer Stunde teils freihängender Abseilerei und dem kurzen Abstieg zurück in den Ahornboden, geht dank der Wanderzulage am Morgen ein langer Tag zu Ende. Zufrieden ließen wir diese tolle Route mit einem Biwak und Baden im Silvensteinspeicher ausklingen.

 

450m; VIII+/IX-; VII+ obl.; 14 Sl; E 3; 17 Exen, auch lange!; Keile; Cams 0,5-3; 60m Doppelseile; 

 

Zustieg: 1-1-,5h

Kletterzeit: 7-9h

Abstieg: 2h

Die ersten Wiederholer gaben den Vorschlag 9-/9 aus und auch insgesamt ist die Route anspruchsvoller als der benachbarte Feuerreiter, auch härter bewertet!

Vielen Dank an Christoph Martin für die starke Erstbegehung, hier sein Topo!