Tiramisu 200m VIII+ E 2-

AT/ Karwendel/ Martinswand 1200m Südwand

abwechslungsreiche Steigerung zur Tschi-Tschi

ich in Sl 4, 8+ der Tiramisu
ich in Sl 4, 8+ der Tiramisu

Nach einigen ruhigen Monaten wurde es höchste Zeit für die Felssaison, welche Aaron und ich am 5.5.2016 einläuteten. Da ich nach meinem Mexikourlaub total außer Form war, wollten wir hochmotiviert einen Versuch wagen und wurden belohnt. Es gibt nichts besseres gegen den Jetlag als solch eine anhaltend schwere Toproute.

Als Vorspeise (Zustieg) über den Vorbau wählten wir die leichte Kost Rucola, die schnell zu genießen war, da man problemlos Seillängen zusammenfassen kann. Über das Schrofenband gelangt man zum Einstieg rechts der Fiedler-Flunger, links der Tschi-Tschi an der Ostwand. Wenn man genau hinschaut, erkennt man sogar den angepinselten Namen. 

 

Nach der Winterpause braucht es einige Meter, bevor wir uns wieder auf die Reibungswerte der Schuhe verlassen können. Insbesondere in der ersten Sl ist Bewegungsgefühl gefragt, bevor die Wand aufsteilt (7-). Nun folgen sechs ausdauernde Längen im achten Grad. 

Aaron im zweiten Teil von Sl 5, 8-
Aaron im zweiten Teil von Sl 5, 8-

Sl 2 ist dank bester Absicherung perfekt zum eingewöhnen, hier wartet im oberen Teil ein Rausschmeißerzug (8-). In Sl 3 geht es dann schon härter zur Sache und trotz perfekter Absicherung muss man hier ordentlich zwischen den Haken zupacken (8+).

Sl 4, ebenfalls 8+, ist weniger steil, dafür sehr technisch und kam mir als Plattenschleicher deshalb etwas leichter vor. Umso anstrengender wurde Sl 5, welche einen kleinen Überhang an Seitgriffen nach links querend verlässt. Links ums Eck über eine sehr raue Tropflochplatte gelangt man zu einem unbequemen Zwischenstand, welchen ich jedoch wegen mangelnder Exen bezog (8-/8). Die zweite Hälfte der Länge führt durch eine wunderschöne Piazverschneidung (8-).

Nach einigen leichten Metern folgt die absolute Schlüsselstelle der Route in Sl 6. Entweder ist hier etwas ausgebrochen oder ich habe etwas übersehen, jedoch konnte ich die extrem kleingriffige Sequenz nicht zusammenhängend klettern( 8+++).

unsere Silhouette, daneben die Route Tschi-Tschi, 8
unsere Silhouette, daneben die Route Tschi-Tschi, 8

Diese ist wesentlich schwerer als der Rest der ganzen Route, die Haken sind dafür am richtigen Ort. Umso leichter kam mir dann, zumindest im Nachstieg, die letzte Länge vor, welche Aaron vom Stand gleich noch zu einem Baum-/Köpfelstand verlängerte (8).

 

Von dort stiegen wir orografisch links ca. 30m zum Stand der Gsi or not to be ab, zu erkennen an dem dürren Baum daneben. Es sei erwähnt, dass dies ein rutschiger Eiertanz über dem Abgrund ist! Im Gegensatz zur Tiramisu seilt man dafür problemlos 3x60m zu den Rucksäcken ab. 

 

Abwechslungsreiche Sportkletterroute mit rauen Tropflöchern, Platten, Leisten und Überhängen. Perfekt mit Klebehaken gesichert, keine mobilen Sicherungsgeräte nötig. 14 Exen, 60m Halbseile.

 

7-,8-,8+,8+,8-/8, 8+,8; 200m, / Sl

 

Zustieg über Rucola, V+/ 225m/ 7 Sl