Skywalkers 400m VIII- E 2-

AT/ Wetterstein/ Söllerkopf 2300m Südwand

Toproute mit dem kürzesten Zustieg im Schüsselkar

Wer hätte gedacht, dass sich ein Jahresabschluss am 27.12.2015 im hochgelegenen Schüsselkar ausgeht? Es war perfekt! Bei dem gut eineinhalbstündigen Zustieg vom Parkplatz der Chinamauer über das Puittal zur eingeschneiten Märchenwiese versanken wir mit Turnschuhen förmlich im Schnee. Die schattige Mulde, durch welche man das Latschenfeld verlässt, war mit gut einem halben Meter Neuschnee ohne Grundlage eine nervige Angelegenheit. Erst die sonnige Schotterreiße wird nach oben hin steiniger, bevor man endlich den trockenen Wandfuß erreicht.

ich in Sl 5/ 8-
ich in Sl 5/ 8-

Leider verspürte ich an diesem Tag trotz bester Verhältnisse und feinstem Herbstwetter große Erschöpfung, Schwindel und Übelkeit.

Aus diesem Grund schickte ich Alfred in die erste Seillänge über traumhafte Wasserrillen, wo gleich mal Technik und Vertrauen in die Füße gefragt wird (Sl 1/ 7-).

Mit dem Seil von oben natürlich kein Problem und in den nächsten drei leichteren Seillängen kann ich mich sogar einigermaßen erholen, sodass ich den Rest der Tour vorsteigen konnte. Hierbei sind die Topos von bergsteigen.com oder Panico wenig hilfreich. Am besten klettert man zweimal 60m bis zum Ende und macht zuerst an einem der wenigen Zwischenhaken Stand, beim zweiten Mal erreicht man eh schon den Stand.

 

Die Sl 5/ 8- fordert den ganzen Plattentänzer bzw. wie in der Beschreibung formuliert, gute Kletterschuhe für kleine Tritte um hier mit Bewegungsgefühl hinaufzuschweben.

Nach dieser Länge zwingend Zwischenstand am Beginn der Headwall beziehen!

Alfred in Sl 6/ 7+
Alfred in Sl 6/ 7+

Denn die sechste Seillänge ist kleingriffig mit weiten Zügen an sehr steiler Wand, 7+.

Nur nicht so anhaltend und lang wie der folgende Ausdauerhammer, die SSL. Dieses absolute Herzstück der Tour folgt dem steilsten Teil der Wand über 40m in allerbestem Kalk. Trotz immer wieder guter Stehmöglichkeiten hatte ich mit einem ordentlichen Pump in den Unterarmen zu kämpfen, es hat aber gerade noch für den roten Punkt gereicht.

Die Sl 8 und 9 fasse ich kurzerhand zusammen, 40m/ 7(+) gleich vom Stand weg schwer!

 

Die Sl 10 ist auf 45m/ 7+ mit einigen kniffligen Einzelstellen gewürzt, das obligatorische Klettern zwischen den Haken wird erstmals etwas anspruchsvoller, ebenfalls in der letzten Seillänge. Mit weiteren, überaus anspruchsvollen 45m/ 7+ zuerst über glatte Platten, nach oben hin durch splittrigen Fels, erreichen wir endlich das Ende der Tour. Wir hätten beide nicht gedacht, dass uns diese auf dem Papier recht entspannte Route kräftemäßig so fordert.

Plattentanz in der letzten Seillänge 7+
Plattentanz in der letzten Seillänge 7+

Die Bewertung finde ich im Vergleich zur Unvergessenen Heimat 8+ an der Dammkarnadel, ebenfalls von Matthias Robl, etwas härter, jedoch war ich auch nicht ganz fit.

 

Um 16 Uhr genießen wir am Ausstieg nach 6h klettern die letzten warmen Sonnenstrahlen, bevor es ganze 9x abseilend über die Route zurück zum Wandfuß geht.

 

Immer wieder habe ich nach der steilen Route Zahnbeißer  im beeindruckenden rechten Wandteil gesucht, aber leider nur ein, zwei Haken gefunden. Wer diese schon geklettert ist, bzw. mehr Informationen als im Panico darüber hat, teilt mir diese bitte mit :)

 

Facts Skywalkers:

Söllerkopf Schüsselkar 2400m

400m/ 11 Sl/ VIII-/ VII+ oblg./ 14 Exen/ 60m Doppelseile/ keine Friends erforderlich

 

geklettert mit Alfred Hagmaier

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