Matthias Memoriam 200m VIII+ E 3-

AT/ Wetterstein/ Chinesische Mauer 1650m Südwand

alpine Alternative zur "Sonne hinter dem Nebel", Chinamauer

Lukas in der zweiten Sl/ 8+
Lukas in der zweiten Sl/ 8+

Der vierte Advent in diesem Jahr bescherte uns einen weiteren, warmen und wunderbaren Herbstklettertag. Am 20. Dezember 2015 machten wir uns zu viert an den gut 50 minütigen Zustieg zum obersten Teil der Chinamauer oberhalb von Leutasch. Perfekter Fels wartet hier auf Wiederholer, bei gleicher Exposition und Qualität wie im Schüsselkar, nur eben 500hm tiefer, super also für die (kalte) Jahreszeit.

 

Aaron und Alfred stiegen in die mir bereits bekannte Sonne hinter dem Nebel ein, während Lukas und ich nach der In Memoriam Matthias suchtenLaut bergsteigen.com sollte der Einstieg 50hm tiefer liegen, tatsächlich aber 50hm darüber. Man folgt von der noch recht unbekannten Wenn´s mal wieder etwas länger dauert der Wand ca. 100m bis zu einer Art Gufel.

 

Einige Meter davor geht es mit der ersten Seillänge gleich steil zur Sache. Nur ist diese etwas blöd vom steilen Wandfuß aus zu sichern.

Lukas in der steilen dritten Sl/ 8-
Lukas in der steilen dritten Sl/ 8-

Die zweite Seillänge entlang einer überhängen Rissverschneidung geht gewaltig in die Arme. Der Fels ist in der gesamten Route etwas flechtig, was die Reibungsqualität teilweise verschlechtert. Die Absicherung mit BH ist gut, jedoch würden zwei mittlere Friends die teilweise zwingend zu kletternden Passagen im siebten Grad etwas entschärfen, insbesondere in der zweiten Länge.

 

Die dritte Länge quert spektakulär nach links an erstaunlich guten Griffen in überhängendem Gelände. Von dort über leichtes Gelände auf einem Absatz nach rechts. Der beeindruckende Auftakt vom Erstbegeher Matthias Robl ist hier nun vorbei und es folgt Wand- und Plattenkletterei. Da der weitere Teil vom Altmeister Bernhard Hangl eingerichtet wurde, steckt kein Bohrhaken zuviel, etwa wie in der Friedenspfeife, jedoch wurden die Risse zumindest so entschärft, dass man eigentlich keine Friends benötigt, wenn man die Schwierigkeit leicht beherrscht.

ich in der SSl/ 8+
ich in der SSl/ 8+

 In Sl 4 unbedingt zwecks Seilreibung den ersten BH wieder aushängen. In einem großen Bogen an brüchigen Schuppen kletterte ich links herum zum nächsten BH, wobei ich mich einige Minuten lang in gefährlicher Groundergefahr bewegte. Die A0-Stelle danach lässt sich problemlos überwinden, danach folgt noch eine schwere Stelle.

In Sl 5 hat Lukas das Vergnügen, die perfekt gesicherte 8- vorsteigen zu dürfen. Nur werden nach den schweren drei Metern die Hakenabstände wieder weiter und die 7er zwingend zu klettern.

Blick ins leicht verschneite Schüsselkar
Blick ins leicht verschneite Schüsselkar

Einige 7er Stellen in dieser Route kamen uns deutlich schwerer vor. Die SSl ist nur über 3m wirklich schwer, man hat es jedoch erst geschafft, wenn man sich zum rettenden dritten Haken gekämpft hat! Danach geht es aber ausnahmsweise mal genussreich weiter.

 

Die letzte Seillänge zeigt nochmal, dass eine überhänge 7+ schwerer sein kann als eine 8- Wandstelle. Total gepumpt rette ich mich zum Stand und bin froh, oben angekommen zu sein. Eine ehrlich bewertete Tour eben, bei der der angegebene Grad beherrscht werden sollte.

Alfred in der letzten A1-Länge der Sonne hinter dem Nebel
Alfred in der letzten A1-Länge der Sonne hinter dem Nebel

Nachdem wir dem Alfred noch in seiner A1-Seillänge beim herumwerkeln zuschauen, geht es flott mit dreimal Abseilen nach unten, je 55m!

 

Facts Matthias in Memoriam:

200m/ 7 Sl/ VIII+/ VIII- oblg./ 10 Exen/ mittlere Friends/ 60m Doppelseile

teilweise flechtiger, brüchiger Fels!

 

Topo hier

 

Zustiegszeit 45-60min

Kletterzeit 4-5h