Wunderwelt 430m VIII-A0 E 2

DE/ Berchtesgadener Alpen/ Hoher Göll Westwand

Sportklettertour im Schatten des Huberbuam Testpiece Scaramouche

Nur 2 Tage nach der erfolgreichen Begehung der Haselnuss bei weiterhin perfektem Herbstwetter starten wir am 4. November 2015 in ein uns bisher unbekanntes Gebiet. Diesmal mit dabei sind Markus Stadler, Alfred und Tobi.

Die Westwand am Hohen Göll mit dem Testpiece Scaramouche von den Huberbuam sollte das Ziel werden, unser Kletterkönnen reicht allerdings nur für die empfehlenswerte Wunderwelt.

Diese Route bietet gut abgesicherte, Top Kletterei an Wasserrillen, Platten und steiler Wand auf insgesamt sehr rauem Fels. Schon beim Zustieg von der Scharitzkehlalm komme ich ins Schwärmen, da dieser kaum länger als eine halbe Stunde dauert. Die ersten zwei Längen verlaufen gemeinsam über den Jubiläumsweg und sind dank der Einstiegstafel nicht zu verfehlen.

In den aalglatten Wasserrillen wird von Beginn an richtiges Hinsteigen gefordert, die beiden Fünfer Längen sind wirklich nicht geschenkt! Zum eigentlichen Einstieg der Wunderwelt quert man in der dritten Länge entweder vom Stand direkt oder vom dritten Haken 20m waagerecht nach rechts. Verschiedene Metallplättchen mit Richtungspfeilen ersetzen fast schon ein Topo. Gleich in der ersten Länge (20m, 7) ist der Fels schlagartig wasserzerfressen, steil und gutgriffig. Immer wieder verwendeten die Erstbegeher Drahtschlingen für Sanduhren und zur Verlängerung an schwierigen Stellen, fast schon übertrieben. Nach der wunderschönen zweiten Seillänge (50m, 8-) spaziert man zuerst 10m durch Gemüse nach oben und steigt dann links abwärts durch eine rutschige Rinne zum Stand an einem Bohrhaken. Um die nächsten Meter zum hohen ersten Haken zu entschärfen, empfiehlt sich ein Rock Gr. 9 oder max 0,5er Friend. In zwei steilen Seillängen klettert man zum Stand auf der Riesenschuppe, an welcher der Pauseklassiker Großer Trichter quert. Sicherlich ein entspanntes Ziel für nächsten Herbst, da die Route lange nass ist. 

Die A0-Länge lässt uns alle ganz schön kämpfen, bevor wir an 3 Haken über das kleine Dachl nullern. Einen freien Versuch gebe ich sofort auf. Bei einem Blick auf die Uhr stellen wir erschreckt fest, dass wir bereits über 4h in der Wand sind. So ist das nun mal, wenn man zu viert unterwegs ist und dabei aufwändig fotografiert. Aus diesem Grund klettern Markus und ich die letzten vier Seillängen im Eiltempo, während Alfred und Tobi bereits abseilen.

Nach oben hin wird die Kletterei zwar etwas einfacher mit wenigen brüchigen Stellen, jedoch immer noch sehr lohnend.


In der letzten Länge wartet ein 5m großes Damoklesschwert vor dem ersten Haken auf einen übergewichtigen Kletterer!

Bei Sonnenuntergang erreichen wir den Ausstieg und seilen oben über die Route, im Mittelteil teilweise über den Jubiläumsweg ab.


Facts Wunderwelt Hoher Göll:

430m/ VIII-A0/ VII(+) obl./ E2/

12 Exen/ Rock Nr. 9/ 60m Seile


weitere Infos bei Markus Stadler


Fotos von Markus Stadler und Daniel Mohler