Maracana 450m VII- E 3

AT/ Wilder Kaiser/ Karlsspitze 2243m SW-Wand

moderne und zugleich klassische Route nahe der Wirtskante

Sl 5; splittriger Riss; 6
Sl 5; splittriger Riss; 6

Endlich lassen die Schneeverhältnisse wieder eine höher gelegene Felsroute zu. Nach ausgiebiger Recherche fiel die Wahl auf den Gaudeamuspfeiler, der wahrscheinlich als eine der ersten Wände im Kaiser trocken und südseitig ist. 

 

Maracana, erst 2014 von Philipp Klingel und Johannes Ebert erstbegangen, folgt einer klassischen, logischen Linie entlang von Kaminen und Rissen. Die sparsame Absicherung mit Bohrhaken ist der Zeit entsprechend, jedoch alpin anspruchsvoll! An den Ständen sind ein oder zwei Klebehaken/ Expressanker, ansonsten ist die gesamte Route nahezu komplett selber abzusichern. Dies ist oft gut möglich, aber nicht immer, teilweise vom Band weg einige Meter kaum absicherbar! Die Felsqualität erfordert Erfahrung in der Beurteilung und Absicherung, da noch etliche lockere Schuppen und splittriger Fels auf die Wiederholer der jungen Route warten. Wegen direkter Gegenüberstellung zum Lucke-Strobl-Riss ist die Route nicht unbedingt unterbewertet sondern halt klassisch. 

Nohandrest in der SSl; 7-
Nohandrest in der SSl; 7-

Aktuell (19.05.2017) mussten wir 200m durch das Schneefeld zum Einstieg stapfen. Die Randkluft war einfach zu überwinden, Sl 1 gingen wir gleich noch seilfrei, um trocken zu bleiben. Sl 2 durch eine Kaminrinne, Sl 3 über ein leichtes Band zur "eigentlichen Wand" der Route.

 

Sl 4, nur mit 5+ bewertet, ist vom Boden weg knackig und etwas heikel. Nach einigen Metern kommt ein Bohrhaken, danach wird es leichter, Achtung, großer lockerer Block!

 

Sl 5, toller, anfangs splittriger Riss, ein Bohrhaken, klassische Kletterei, endet in einem Kamin. Diesem folgt man in Sl 6 bis zu einem Bohrhaken mit langer Schlinge, dort Querung nach links, etwas Auf und Ab, Griffsuchspiel, tolle plattige, Kletterei :)

 

Vom gemeinsamen Stand mit der Wirtskante kreuzt die Schlüssellänge mit 4 BH nach links. Zum 1 Haken gerade hoch, nicht die hohle Riesenschuppe rechts nehmen! Die Schwierigkeiten müssen zwischen den Haken geklettert werden, die Abstände können mit Friends verkürzt werden.

Traumhafte Seillänge, sicherlich der Grund für diese Erstbegehung! Die eigentlichen Schwierigkeiten sind hier geschafft. Die folgenden drei Längen über ein Band zur Schlusswand sind wir am laufenden Seil gegangen. Die Felsqualität lässt hier nach. Die letzte Seillänge, mit 5+ bewertet, ist wieder nicht geschenkt, moralisch fordernd und im Direktausstieg herzhaft brüchig. 

 

Nach einem Fotoshooting auf der kaiserschen Gipfelnadel ging es zügig durch den Kühlschrank (Matejak Kamin) runter ins Schneekar und knieschonend rutschend zum Rucksackdepot. Perfekter Saisonstart bei super Verhältnissen, Fortsetzung folgt...

 

 

 

Satz Friends #0,5-#4; Keile, 8 Exen; 60m Doppelseile; E 3; VII- oblg.

 

alle weiteren Infos bei Markus Stadler

 

 

 

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